Transfette sind Missformungen
Oder wie kann eine kleine Veränderung
derart verhängnisvolle Folgen mit sich bringen? 

 

Französische und deutsche Ernährungswissenschaftler entwickelten rund 1900 eine Methode zur Verlängerung der Haltbarkeit von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (MUFS), wie beispielsweise enthalten in Soja-, Fisch-, Sonnenblumen- und Maisöl, auf einige Monate (gekühlt) bis hin zu einigen Jahren (ungekühlt), damit sie in der Verarbeitung von z.B. Keksen und Kuchen benutzt werden können. Sie wollten pflanzliches Öl der teureren Butter ähnlich sehen lassen. Sie wollten aus einem flüssigen Öl ein festeres und somit streichfähiges Fett machen. Ein Gegner aus dieser Zeit sprach damals schon von ‚Plastikbutter’. (Crisco-Fett von Procter & Gamble). Sie wollten die Schmelztemperatur der pflanzlichen Öle erhöhen, damit diese pflanzlichen Fette mehr in der verarbeitenden Industrie wie zum Beispiel von Keksen, Kuchen und Eiscreme benutzt werden konnten. Wie wird das ermöglicht?
Zunächst geht man meistens von einem raffinierten Öl aus, dessen wichtigste Stoffe entzogen worden sind. Daraufhin wird dieses raffinierte Öl zwischen 150 bis 200 °C übermäßig erhitzt. Es wird Nickel (Platin, Aluminium oder Kupfer) als Katalysator hinzugefügt und insgesamt oder teilweise hydrogenisiert (gehärtet). Letzteres bedeutet, dass unter Druck die fehlenden Wasserstoffatome hinzugefügt und mit den Kohlenstoffen des Öls gebunden werden. Es entstehen bei dieser Behandlung stabile ‚Transfettsäuren’ mit einer Struktur, die in der Natur nicht vorkommt und nicht in unseren Körper gehört. In der Natur kommen doppelte Bindungen in der ‚Cis-Struktur’ vor, wobei an den gegenüberliegenden Seiten einer doppelten Bindung sich die Wasserstoffatome auf derselben Seite befinden (wie ein ‚V’). Leider verän
dern sich unter Druck und bei teilweiser Härtung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren (MUFS) die Cis-Strukturen in ‚Trans-Strukturen’. Die Wasserstoffatome befinden sich nunmehr auf der gegenüberliegenden Seite.
Wenn wir diese Margarinen und andere teilweise gehärteten Fette benutzen, werden diese Missformungen Teil unserer Zellen ausmachen und unsere zellulären Funktionen drastisch stören.
(52) Sie beeinträchtigen in unserem Körper die Integrität unserer Zellmembranen. Sie nehmen Stellen in den Zellmembranen ein, wo sich eigentlich gesunde Fette befinden sollten. Sie werden von unserem Körper nicht ‚erkannt’ und stören sowohl die Aufnahme der Nährstoffe als auch die Abgabe von Abfallstoffen durch eine gestörte Zellmembran. Weiterhin stören sie die normalen Umsetzungen von essentiellen Fettsäuren wie Linolsäure und Alpha-Linolensäure und wirken sich auf die Blutviskosität, den Cholesteringehalt und die Gefäßwände aus. Bereits 1958 fand Ancel Keys heraus, dass die teilweise Härtung von Fetten aufgrund der dadurch enthaltenen Transfette Herzkrankheiten hervorruft.
J. Aron der Universität von San Francisco vergleicht Transfette in unserem Körper mit Sand in einem mechanischen Schweizer Uhrwerk. Das Uhrwerk fängt an langsamer zu laufen bis ein Übermaß an Sand das Uhrwerk festlaufen lässt. (65) Mit anderen Worten: Transfette machen uns langsam aber sicher krank. Udo Erasmus macht deutlich: ‚60 g Margarine oder Back- und Bratfette sind zwei Mal so giftig wie alle anderen Lebensmittel, die wir täglich konsumieren.’ (181)

 

Vorsicht Transfette!
Sie sind fast überall enthalten und sind doch so schädlich

 

In nahezu allen Keksen, Kuchen und anderen Brat- und Bäckereiprodukten wie Croissants, Waffeln, Eiscremes, Cracker, Dressings, VeggieBurgers, Frankfurter Würstchen, Chips, Fritten, Muffins, Donuts, Schokoladenchip-Kekse, Popcorn, Bonbons und Margarinen befinden sich Transfette. Transfette werden besonders häufig in Restaurant- und Catering-Gerichte angetroffen (Betriebs-, Krankenhaus, Schul- und Flugzeug- Catering). So enthält eine Portion Hähnchen- Nuggets zwischen 8 bis 18 Gramm Transfette und 1 Portion Fritten zwischen 5 bis 12 Gramm. Die Fette in französischen und belgischen Fritten können bis zu 46 % aus Transfetten bestehen. Schulkinder verzehren mit ihren Snacks (wie Chips, Kekse, Kuchen und Riegel) massenwei se Transfette. Diese Transfette werden u.a. ihre Sexual- und Fortpflanzungsleistungen beeinträchtigen und die Möglichkeit verringern, später gesunde Kinder zur Welt zu bringen. Hinzu kommt, dass oft 80% dessen, was Kinder konsumieren, bereits aus raffinierten Fetten (Schokolade), raffinierten Kohlenhydraten (Weißbrot) und raffinierten Zuckern (Kekse) besteht. Transfette befinden sich immer in den Produkten mit der Verpackungsaufschrift: ‚gehärtete oder teilweise gehärtete/hydrogenisierte Fette’. Transfette brauchen bis heute in den meisten Ländern der Welt nicht auf der Verpackung genannt werden. Es erfolgt allerdings eine Wandlung. Kanadische Behörden betrachten sie als schädlich. Seit den 90er Jahren gibt es in den Niederlanden die Auflage zur Beschränkung des Gehalts an Transfetten in Margarinen und seit 2004 sind sie in Dänemark unter Einschränkungen verboten. Erst nachdem ein Komitee von Wissenschaftlern verkündete, dass kein Sicherheitsniveau über Transfetten besteht, trifft Amerika, nach 100 Jahren, ab 01.01.2006 die Maßnahme zur obligatorischen Nennung der Transfette auf den Etiketten. Israel wird die obligatorische Etikettierung vermutlich ab 2007 auferlegen. Europa untersucht momentan diese Angelegenheit.

 

Transfette sind üble
Missformungen:

 

  1. Sie hemmen unter anderem das Enzym Delta-6-Desaturase, wodurch die notwendige Umsetzung unserer Omega-3- und -6-Stammfettsäuren (Alpha-Linolensäure und Linolsäure) bis zu Prostaglandinen (wichtige hormonartige Stoffe) nur schwerlich erfolgt. ( 73) (74)
  2. Sie hemmen Omega-3- und –6-Fettsäuren in ihrer Funktion, wodurch unter anderem hormonale-, zirkulatoire-, Abwehr-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen auftreten können. (71)
  3. Sie erhöhen den Cholesterinpegel, (57) (erhöhen das ‚schlechte’ LDL und senken das ‚gute’ HDL), erhöhen die Klebrigkeit der Blutplättchen (71) und steigern den Risikofaktor Lp(a), wodurch der allgemeine Prozess von Atherosklerose (‚Arterienverkalkung’) zunimmt (73) und somit das Risiko auf Herz- und Kreislaufkrankheiten stark zunimmt. (70)
  4. Sie verringern die Immunität (Senkung der B-Zellen und Erhöhung der T-Zellen. (73)
  5. Sie steigern das Risiko auf Allergien, wie die Entwicklung von Asthma. (73)
  6. Sie erhöhen die Insulinmenge im Blut, was darauf hinweist, dass die Insulinrezeptoren der Zellen weniger empfindlich werden. (73) Hierdurch steigt der Blutzuckerspiegel, wird der Pankreas überbelastet und nimmt das Risiko auf Altersdiabetes zu. (66) Auch die roten Blutzellen scheinen weniger gut auf Insulin zu reagieren! (71) Transfette sind Mitverursacher von Altersdiabetes.
  7. Sie verhindern die Aufnahme von Vitamin K, das für starke Knochen unerlässlich ist. (66)
  8. Sie verhindern den Aufbau von Muskelgewebe und es können Eiweißmängel entstehen. (182)
  9. Sie stören den normalen Metabolismus der Geschlechtshormone und tragen bei zu Prostata- und Brustkrebs (70) bis hin zum premenstruellen Syndrom und zu menopausalen Beschwerden.
  10. Sie senken das Testosteronniveau bei Männern und tragen bei zur Produktion von abweichenden Spermazellen. (71)
  11. Sie bedrohen die normale Funktion der Geschlechtsorgane und bringen die Fruchtbarkeit von Frau und Mann in Gefahr. (53)
  12. Sie tragen bei zur Abnahme des Sehvermögens. (67) (71)
  13. Sie vermindern die Muttermilchproduktion (54) sowie die Qualität der Muttermilch. (73)
  14. Sie verursachen ein niedrigeres Geburtsgewicht (55) und werden über die Plazenta an den Fötus und über die Muttermilch an das Baby weitergegeben. Normalerweise befindet sich weniger als 1% Transfette in der Muttermilch, bei höherem Transfett-Konsum jedoch bis zu 17%. (71)
  15. Sie hemmen das Wachstum bei Kindern. (56)
  16. Sie verringern die Reizübertragung zwischen den Nervenzellen, die Abgabe von Neurotransmittern sowie die globale Funktion des Nervensystems mit er höhtem Risiko auf ADHD, Depressivität, der Krankheit von Alzheimer, usw.
  17. Weiterhin werden Transfette in unsere Zellmembranen eingebaut und stören aufgrund ihrer abweichenden Struktur deren normale Funktion. Hierdurch liefern sie ihrerseits einen noch stärkeren Beitrag zu oben genannten Krankheitsbildern.

 

Natürliche Transfette sind nicht
chemisch gebildete Transfette

 

Bei wiederkäuenden Tieren, wie bei der Kuh, dem Schaf und der Ziege, kommen in sehr beschränktem Maße (2 bis 5%) natürliche Transfettsäuren vor. Wenn Tiere Transfette über die Nahrung aufnehmen, kann ihr Fett mehr chemisch gebildete Transfette enthalten. Die natürlichen Transfette zeigen meistens Abweichungen von den chemisch gebildeten Transfettsäuren, was durch ihr Verhalten und die Stellen begründet ist, die die doppelten Transbindungen in der Fettsäurenkette einnehmen. Bei Wiederkäuern befindet sich diese Stelle meistens auf der 11. Position (Trans-Vaccensäure) und bei teilweise gehärteten Fetten meistens auf der 9., 10. oder 12. Position. Mary Enig, Transfett-Spezialistin nennt Letzteres zu Recht ‚molekulare Missformungen’. Genau wie bei Gemüse, Obst, Getreide, Kräutern und Nüssen ist Abwechslung von gesunden Fetten und Nativem Olivenöl Extra besonders ratsam.

 

Fett oder Öl?
Wo liegt der Unterschied?

 

Es besteht kein Unterschied zwischen den Beiden. Fett ist die feste Form des Öls und Öl ist die flüssige Form des Fettes. Das hat mit der Schmelztemperatur des Öls oder des Fettes zu tun. So ist Olivenöl flüssig bei Zimmertemperatur und Kakaobutter bei Zimmertemperatur fest. So wird Olivenöl im Kühlschrank fest und Kakaobutter zum flüssigen Öl bei Erwärmung über 36°C. Und so liegt beispielsweise die Schmelztemperatur von Kokosöl rund 25°C. Kokosöl und Rotes Palmenöl sind bei Körpertemperatur flüssig.

 

Welche Sorten Fett gibt es?

 

Ärzte benutzen den Fachbegriff ‚Lipide’, wenn man über Fette spricht. ‚Lipid’ ist der Sammelbegriff für alle fettartigen Komponente. Jedes natürliche und unbehandelte Fett hat eine einzigartige Zusammenstellung und einzigartige Eigenschaften. Man kann Fette in folgende Kriterien unterteilen. Die drei gebräuchlichsten Kriterien, die Wissenschaftler zur Einteilung der am häufigsten vorkommenden Fette nutzen, sind das Sättigungsmaß, die Länge der Fett säurenkette und die Omegafamilie. Es ist wichtig zu wissen, dass kein einziges natürliches Fett oder Öl 100% in eine Gruppe eingeteilt werden kann. In der Natur enthalten Fette, wie Olivenöl oder Kokosöl, immer eine Zusammenstellung aus verschiedenen Fettsorten. Das ist auch die Absicht der Natur. Wenn man Öl stark raffiniert und fraktioniert, wie es beispielsweise in manchen Fällen mit Fischöl geschieht, kann aus Öl eine Sorte Fettsäure entzogen werden, wie zum Beispiel EPA. Doch dürfte es dem Leser deutlich sein, dass die Natur und die Evolution es so nicht wirklich meinten. Bei diesem Prozess gehen gute Stoffe verloren (siehe oben im Text). Eine Gesamtheit ist besser als Einzelteile. Eine Person, die beispielsweise stark ist, verfügt über gut entwickelte Muskeln. Doch Muskeln haben ohne starke Knochen keine Bedeutung. Die Gesamtheit ist somit besser als ein Teil der Gesamtheit.


Gesättigte (GFS), einfach ungesättigte (EUFS)
und mehrfach ungesättigte Fette (MUFS)

 

Diese Einteilung gründet sich auf die Anzahl von Wasserstoffatomen, die den Fettsäuren fehlt und auf die Anzahl an doppelten Bindungen, die sie hierdurch zeigen. Dies sind die empfindlichsten Stellen in einem Fettsäurenmolekül. Ungesättigte Fette (EUFS/MUFS) können an diesen Stellen einfach positive oder negative Reaktionen hervorrufen. So sorgen sie zum Beispiel für die Weiterleitung der elektrischen Impulse zwischen den Nervenzellen, was an sich positiv ist. An diesen Stellen jedoch, kön- nen sie auch einfach von Freien Radikalen angegriffen werden und somit eine Kettenreaktion von Alterung (Oxidation) hervorrufen. Einfach ungesättigten Fettsäuren (EUFS) fehlt an einer Stelle ein Wasserstoffatom, und sie haben eine doppelte Bindung, wohingegen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (MUFS) an mehreren Stellen Wasserstoffatome fehlen und mehrere doppelte Bindungen zeigen. Je ungesättigter eine Fettsäure ist, desto unstabiler und reaktiver ist sie. Mit anderen Worten: Je mehr Reaktionen sie hervorrufen kann, desto größer ist das Risiko, dass sie angegriffen und beschädigt wird. Ein großer Vorteil der gesättigten Fette (GFS) ist der, dass ihnen kein Wasserstoffatom fehlt und somit keine doppelte Verbindung zeigen. Da gesättigte Fette (GFS) keine doppelte Bindung haben, sind sie viel stabiler und unterliegen weniger stark der Oxidation. Nun benötigen wir alle drei Fettsorten. Man könnte sagen, dass gesättigte Fette (GFS) ‚treue Partner’ sind. Für eine spannende und abwechslungsreiche Beziehung brauchen Sie jedoch auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren (MUFS). Mit anderen Worten: Gesättigte Fette (GFS) bedeuten Stabilität. Sie sorgen für die Homeostase (das Gleichgewicht) in Ihrem Körper. Man kann sagen, dass die ungesättigten Fette (EUFS/MUFS) und sicherlich die mehrfach ungesättigten Fette (MUFS) für die Vitalität sorgen. Gesättigte Fette (GFS) stellen das Dach und die Mauern des Hauses dar. Einfach ungesättigte Fette (EUFS) sind die Fenster, und die MUFS die Türen. Im Haus ist es sicher. Wenn Sie das Fenster öffnen, bekommen Sie frische Luft; es können jedoch auch Insekten hereinkommen und wir könnten gestochen werden. Wenn Sie das Haus durch die Tür verlassen, kann es schön sein. Sie können joggen, doch auch angefahren werden. Auf Fette übertragen lautet die Schlussfolgerung: Wir brauchen sowohl gesättigte (GFS), einfach ungesättigte (EUFS) wie auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren (MUFS).

 

Omega 3,6,7,9...?

 

Diese Einteilung der ungesättigten Fettsäuren wird von der/den Stelle(n) der doppelten Bindung(en) bestimmt. Die Ziffer nach dem Omega gibt an, wo sich die erste doppelte Bindung in der Fettsäure befindet. Die Berechnung beginnt ab der Methylseite des Fettes. Omega-3, Omega-6, Omega-7 oder Omega-9... bedeutet, dass sich die erste doppelte Bindung nach dem 3., 6., 7. oder 9. Kohlenstoffatom befindet. Omega-3- und -6-Fettsäuren sind immer mehrfach ungesättigte Fettsäuren (MUFS) und Omega-7 und -9 sind immer einfach ungesättigte Fettsäuren (EUFS). Sie nehmen andere Funktionen ein. Nähere Informationen über Omega-Fettsäuren finden Sie in meinem Informationsheft ‚Warum Omega 3/6?’.

 

Der Unterschied zwischen kurzen, mittellangen
und langen Fettsäureketten. Wie werden Fette in
unserem Stoffwechsel (Metabolismus) aufgenommen?

 

Im Mund wird die Nahrung in Stückchen zerkaut und mit Verdauungsenzymen vermengt. Vom Mund aus erfolgt bereits ein Signal zum Gehirn zur Vorbereitung der Fettverdauung. Im Magen werden die Fettsäuren von den Eiweißen und Kohlenhydraten getrennt. Im oberen Teil des Darms erfolgt die eigentliche Verdauung. Es besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen kurzen und mittellangen Fettsäureketten, was die Dauer und Art der Verdauung betrifft.

 

Kurze und mittellange Fettsäureketten

 

Diese Fettsäuren werden bereits im oberen Teil des Darms aufgenommen und begeben sich über die Pfortader direkt zur Leber. Der Transport erfolgt über die Eiweiße im Blut (über be stimmte Albumine). Die Verdauung dieser Fettsäuren geschieht ebenso schnell wie die der Kohlenhydrate, da es sich dabei um sehr kleine Moleküle handelt. Sie werden als Erstes als Energiebrunnen genutzt und erhalten kaum die Möglichkeit, sich als Fett auf zu speichern. Diese Fettsäuren finden Sie in Kokos- und Palmenkernöl.

 

Lange Fettsäurenketten

 

Die Verdauung von langen Fettsäureketten ist viel komplexer. Fette (Triglyzeride) mit langen Fettsäureketten sind nicht wasserlöslich. Zunächst muss die Leber Gallensäuren produzieren (die Galle ist der Speicherplatz der Gallensäuren), um Fette emulgieren zu können. Das bedeutet, sie werden in kleine Teilchen zerlegt. Daraufhin scheidet der Pankreas Fettverdau- ungsenzyme aus (Lipase genannt), die die langen Fettsäureketten in kleinere Einheiten zer legen: Glyzerol und freie Fettsäuren. Diese werden dann im Lymphkanal aufgenommen und daraufhin erneut in Triglyzeride gruppiert. Tryglyzeride müssen daraufhin an ein Lipoprotein (unter der Bildung von ‚Chylomikronen’) gebunden werden, um schließlich zur Leber oder zu anderen Geweben transportiert zu werden. Bei langen Fettsäureketten dauert dieser Prozess 6 bis 8 Stunden, bevor der Körper sie nut zen kann. Diese Fettsäuren dienen an erster Stelle als Körperfette und an zweiter Stelle als Energiespender.

 

Fette können in 3 Gruppen eingeteilt werden

 

Kurze Fettsäureketten (CCT): Sie enthalten 2 bis 4 Kohlenstoffatome und kommen relativ selten in der Natur vor. Man findet sie in kleinen Mengen in Essig, Butter und Milch. Mittellange Fettsäureketten (MCT-Fette): Sie enthalten 6 bis 12 Kohlenstoffatome. Man findet sie in bestimmten tropischen Pflanzen. Kokos- und Palmenkernöl sind die reichsten Brunnen, und in minderem Maße auch Milch und Butter. Lange Fettsäurekette (LCT-Fette): Sie enthalten mehr als 12 Kohlenstoffatome und kommen in der Natur am häufigsten in pflanzlichen Fetten, in Fisch und tierischen Fetten vor.

 

Gesättigte Fette (GFS) sind sehr gesund. Erstaunlich? Natürlich nicht! Lesen Sie hier meine Antwort:

 

Mary Enig, Spezialistin in Fetten und Autorin des Buches ‚Fakten über Fette’ und tätig an der Universität von Maryland in den USA, schreibt, dass wir alle von der durch die amerikanische Soja-Industrie verbreitete Geschichte irregeführt worden sind, weniger Fett verzehren zu müssen. Aus Überzeugung empfiehlt sie uns für unser allgemeines Wohlbefinden, gesättigte Fette (GFS), wie Palmenöl und Kokosöl zu uns zu nehmen. Gesättigte Fette (GFS) sind ein wesentlicher Bestandteil einer jeden Zelle. Diese gesättigten Fette sind derart wichtig, dass die Natur selbst jede tierische oder pflanzliche Nahrung mit gesättigten Fetten (GFS) versehen hat. Für Alles gibt es eine Erklärung.

  1. Das Fett in der Muttermilch enthält 45 bis 50% gesättigte Fette (GFS), 35% einfach un- gesättigte Fette (EUFS) (Omega 9) und 15 bis 20% mehrfach ungesättigte Fette (MUFS) - (Omega -3 und -6). Hier kurz ein logischer Gedanke: Wenn gesättigte Fette (GFS) ungesund wären, würde die Natur sie ganz bestimmt nicht als das wichtigste Fett mit der Muttermilch an das Baby geben, oder?! ...
  2. Amerikaner konsumieren von allen Bevölkerungsgruppen am wenigsten gesättigte Fette (GFS), sind dahingegen jedoch Welt führend in Herz- und Kreislaufkrankheiten. (43) Franzosen konsumieren sehr viel gesättigte Fette (GFS)(Käse, Sahne, Pastete) und leiden 2 Mal weniger unter Herz- und Kreislaufkrankheiten als Amerikaner.
  3. Die Fette, die unsere Blutgefäße mit Ablagerungen belasten, enthalten nur 26% gesättigte Fette (GFS) und sogar 74% ungesättigte Fette (EUFS/MUFS). (42)
  4. In Polynesien (Pukapuka und Tokelau) kam bei der traditionellen Bevölkerung 60% der Kalorien aus gesättigten Fetten, dies hauptsächlich aus der Kokosnuss. Die Bewohner dieser Bevölkerungsgruppe kanten kaum Herz- und Kreislauferkrankungen oder einen zu hohen Cholesterinspiegel, und sie waren schlank. (41) Die Forscher stellten fest, dass selbst eine hohe Fetteinnahme (60% der Kalorien) keinen schlechten Einfluss auf das Herz- und Kreis laufsystem nahm.
  5. Gesättigte Fette (GFS) senken den Lp(a)-Wert im Blut. (71) (73) Ein erhöhter Lp(a)-Wert weist auf ein erhöhtes Risiko auf Herz- und Kreislaufkrankheiten.
  6. Der Körper braucht mehr gesättigte Fettsäuren (GFS) als mehrfach ungesättigte Fettsäuren (MUFS). Mindestens die Hälfte der Phospholipide der Zellumhüllung (Zellmembrane) muss gesättigt sein. Es ist ebenfalls das wichtigste Fett der Myelin-Fettsäuren (Markscheide des Nervensystems).
  7. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (MUFS) brauchen gesättigte Fette (GFS) für ein gutes Gleichgewicht zwischen der Durchlässigkeit und Festigkeit der Zellmembranen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (MUFS) sorgen für die Durchlässigkeit, gesättigte Fette (GFS) für die Festigkeit der Zellmembranen. Gesunde Zellmembranen müssen zu 50% aus gesättigten Fetten (GFS) bestehen.
  8. Ungefähr 50% unserer Fette müssen zur Gewährleistung einer guten Kalzium- und Magnesiumaufnahme aus gesät tigten Fetten (GFS) bestehen. Ein Mangel an Kalzium und Magnesium sowie an Sonne (oder Vitamin D) und Bewegung führen zu Osteoporose. (76)
  9. Gesättigte Fette (GFS) schützen die Leber vor Alkohol und bestimmten Medikamenten. (77)
  10. Gesättigte Fette (GFS) stärken das Immunsystem. (78) Sie stärken es auf zweierlei Weisen: einerseits durch Verminderung von oxidativem Stress (sie sind gesättigt und werden daher nicht von Freien Radikalen angegriffen) und andererseits durch die gesättigten Fette (GFS) Laurinsäure, Caprinsäure und Caprinylsäuren, die als natürliches Antibiotikum fungieren. Sie vernichten nicht nur Bakterien sondern auch Viren und Schimmel.
  11. Die längeren Omega-3-Fettsäuren (z.B. EPA und DHA) werden in den Zellen besser genutzt und geschützt, wenn gesättigte Fette (GFS) vorhanden sind. (79)
  12. Die gesättigten Fette (GFS) Stearin- und Palmitinsäure bieten wertvolle Nährstoffe für das Herz. Es stützt sich auf diese 2 Fettsäuren in Zeiten mit viel Stress. (80) Das Herz wird haupt- sächlich von gesättigten Fettsäuren (GFS) umgeben und geschützt.
  13. Sogar wenn man über einen längeren Zeitraum hohe Dosierungen an gesättigten Fetten (GFS) der MCT-Familie (wie Kokosöl) verabreicht, wird der Cholesterinspiegel dadurch ge- senkt. (109)
  14. Thailand hat den höchsten Kokosnusskonsum der Welt und eine der niedrigsten Krebser- krankungsraten der Welt, dies laut der Liste aus 1996 vom ‚National Cancer Institute’.
  15. Die Philippinen haben eine der niedrigsten Raten von Herz- und Kreislaufkrankheiten der Welt und konsumieren große Mengen an Kokosnussprodukten, dies laut einer Studie aus 1992 (Philippine Journal of Internal Medicine).
  16. Gesättigte Fette (GFS) können genau wie Alpha-Linolensäure (eine Omega-3-Fettsäure) das C-reaktive Protein (CRP) senken; das C-reaktive Protein ist ein Zeichen von Entzündungen und eine Warnung für die Entwicklung von Herz- und Kreislaufkrankheiten. (113)
  17. Der Lungen-Surfaktant - ein Stoff, wodurch die Lungen ihre Funktionen ausüben können und der verhindert, dass die Lungenbläschen zuklappen – besteht nahezu aus 100% gesättigten Fetten (GFS), hauptsächlich aus Palmitinsäure. (113)
  18. Die gesättigten Fettsäuren (GFS) - Myristinsäure (Kokosöl) und Palmitinsäure (Palmenöl)– sind für die Kommunikation zwischen den Zellen unerlässlich. (113) Auch unsere Nieren benötigen Myristinsäure für eine gute Funktion.
  19. Dr. W. Douglass schreibt in seinem Buch ‚Essen Sie Cholesterin’, dass ein übermäßiger Konsum der mehrfach ungesättigte Fettsäuren (MUFS), nach einer Studie bei plastischen Chirurgen, 78% mehr Falten verursacht und uns um 20 Jahre älter aussehen lässt. (115) In Polynesien, wo viel Kokosöl (gesättigte Fette) (GFS) konsumiert wird, haben die Menschen lange eine strahlende Haut.
  20.  Wenn Patienten, die von einem Herzanfall rehabilitieren 7% ihrer Kalorien aus Kokosöl aufnehmen, werden sie schneller gesund als die Kontrollgruppe. Kokosöl kann aufgrund seiner antiviralen Funktion auch sehr gut zur Vorbeugung von Herz- und Kreislaufkrankheiten eingesetzt werden. (117)
  21. Die Welt Gesundheitsorganisation (WGO) und sogar die ‚American Heart Association’ empfehlen beide zum Erhalt einer optimalen Kondition eine Diät mit genügend gesättigten Fetten (GFS). Die Membranen unserer Zellen bevorzugen gesättigte Fette (GFS) anstelle von ungesättigten Fetten (EUFS/MUFS). (18)
  Schlussfolgerung: Gesättigte Fette (GFS) tun Ihnen gut. Ohne sie geht es nicht. Wir brauchen mehr gesättigte Fette (GFS) als jedes andere Fett.